Forschung im Bereich Molekularökologie
Schwerpunkte der Forschungsgruppen: Molekulare Ökologie
Vorgestellt von Prof. Birgit Schlick-Steiner, Leiterin der AG Molekulare Ökologie, am 31.01.2025
Verschiedenste Artengruppen sind bei der Forschungsgruppe Molekulare Ökologie im Fokus. Schwerpunkt der Forschung sind die vier Themenbereiche: Artevolution, Sozialität, Symbiosen und Diversitätskrisen.
So wurde zum Beispiel im Forschungsbereich Symbiose die Lebensweise der Ameisenart Lasius fuliginosus untersucht, die in Mutualismus mit bestimmten Pilzarten lebt. Die Art ist ein Sozialparasit, da die junge Königin in das Nest von Chthonolasius Ameisen eindringt, deren Königin tötet und dort eigene Eier legt. Nun werden die Lasius Ameisen von den Chthonolasius Ameisen weiter versogt, bis sie nach einer Übergangsphase gänzlich verdrängt werden. Auffallend bei L. fuliginosus ist zudem die Stabilität des Nestes, welches in Baumhöhlen gebaut wird. Strukturgebend ist ein ‚Gerüst‘ aus Holzmulm, Honigtau und dem darauf wachsenden mutualistischen Pilz. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass diese Pilze ohne die Ameisen langsam wachsend und konkurrenzschwach sind. Erst die Ameisen bieten Schutz und Nahrung und pflegen die Pilze mit ihren Mandibeln. Darüber hinaus weichen baumschädigende Pilze in ihrem Wachstum den mutualistischen Pilzen aus. So wird ein bereits geschwächter Baum und das Nest stabilisiert. Daher trägt eine Jungkönigin die Pilzsporen bereits mit sich aus dem mütterlichen Nest, wenn sie ein neues besiedelt.
Ein weiteres Projekt aus dem Themenschwerpunkt der Diversitätskrisen hat sich mit persistenten organischen Schadstoffen beschäftigt und deren Einfluss in Nahrungsnetzen. Diese Schadstoffe wie PFC, PCB oder auch Quecksilber werden aus atmosphärischer Deposition oder direkt durch den Menschen in die entlegenen Regionen der Alpen eingetragen. Es wurden eine Kaskade trophischer Stufen von herbivoren Hummeln, über karnivore Waldameisen zu nekrophagen Totengräbern auf Giftkonzentrationen und Entwicklungsstörungen untersucht. Dabei zeigte sich, dass wie zu erwarten, die Giftkonzentration von z.B. Quecksilber mit trophischer Stufe zunimmt. Ebenso ergab sich eine positive Korrelation von Giftkonzentration und Asymmetrie als Proxy für Entwicklungsstörungenier folgt der erste Beitrag der Kategorie „Fachwissen“
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